Das Sägewerk (Details)

Ein Geschichtsprojekt des Freien Gymnasiums Borsdorf zur Ortsgeschichte

In Zusammenarbeit mit dem Heimatmuseum Borsdorf-Zweenfurth und der Gemeinde Borsdorf.

Am 1. Juli 1840 wurde die Firma Baeßler & Bomnitz von Adolf Moritz Beaßler und August Wilhelm Bomnitz als Dampfschneidemühlen und Hobelwerke gegründet. Das damalige Firmengelände befand sich in Leipzig an der heutigen Hans-Poche-Straße. Dies war unmittelbar in der nähe der Eisenbahn in Leipzig und somit an der Leipzig-Dresdner Eisenbahnlinie.

Das Unternehmen führte sich dank der Umsichtigkeit seiner Inhaber gleich derart gut ein, daß schon nach vier Jahren , 1844, die erste Dampfmaschine in der Fabrik aufgestellt werden kann. Es war die erste Dampfmaschine in einem sächsischen Sägewerk!

1856 brennt das gesamte Firmengelände ab, weshalb die Firma zur heutigen Rosa-Luxenburg-Straße/Ecke Eisenbahnstraße verlegt wird. Dies lag ebenfalls an der Leipzig-Dresdner Eisenbahnlinie. Ein Jahr später wird die erst Mühle aufgestellt, 1863 folgt eine zweite, zusammen mit 10 Gattern. Das sind Sägen.

1888 sind auf dem Gelände insgesamt 112 Arbeiter tätig, einer von ihnen, Hans Friedrich, schätzte das der Betrieb eine Jahresumsatz von einer Million Reichsmark macht.

1889 wurde die Firma dann nach Borsdorf verlegt, da die Lage in Leipzig auf Dauer nicht die günstigste war. Zum einen wurde das Gelände für die Holzlagerung zu klein und zum anderen wollte die Stadt Leipzig auf diesen Flurstück Häuser für die wachsende Bevölkerung errichten.

Man musste sich also nach einem neuen und größeren Areal umsehen und fand in Borsdorf ein geeignetes Grundstück am Steinweg, das direkt neben der Staatseisenbahn lag, eine Vorbedingung für die Anlieferung der Baumstämme und Auslieferung von Bauholz und Brettern an die Kunden.

Der Bau in Borsdorf begann im Sommer 1888 und wurde im Mai 1889 eingeweiht.

(Sebastian Geg)

Am 1.Juli 1840 haben Adolf Moritz Baeßler und August Wilhelm Bomnitz das Unternehmen Baeßler und Bomnitz gegründet. 

In den Folgenden 65 Jahren gab es zudem oft ein Wechsel bei den Besitzern der Firma.

5 Jahre nach der Gründung der Firma trat Heinrich Gnüchtel als Teilhaber in die Firma ein, weitere 5 Jahre später verlässt August Wilhelm Bomnitz die Firma.

1857 werden Friedrich Albrecht Gnüchtel und Gustav Leisching Prokuristen der Firma, haben also die Vollmacht für andere Angestellte, z.B. für dem Chef zu unterschreiben, mit dem Zusatz ppa..

1864 starb Adolf Moritz Baeßler und somit war ab da Heinrich Gnüchtel der alleinige Leiter des Unternehmens. 3 Jahre später wird Rudolg Gnüchtel, Sohn von Heinrich Gnüchtel, Prokurist und 1869 Adolf Moritz Baeßler jun. Dazu scheidet 1969 der Prokurist Leisching aus.

1878 werden Rudolf Gnüchtel und Adolf Moritz Baeßler Teilhaber des Unternehmens und 1881 stirbt Heinrich Gnüchtel. Ein Jahr Später stirbt auch Adolf Moritz Baeßler und Rudolf Gnüchtel leitet das Unternehmen alleine.

Weil die Erben von Baeßler ausgeschieden sind, ist jetzt Rudolf Gnüchtel Alleininhaber der Firma. 1890 wird der Prokurist Friedrich Adolf Gnüchtel pensioniert, 6 Jahre später starb er. 

1903 wird der jüngere Bruder Rudolf Gnüchtels, Adolf Gnüchtel zweiter Teilhaber des Unternehmens.

Torben Tedsen

A Kontorgebäude mit zwei Wohnungen

B Pförtnergebäude

C Arbeiterhaus mit Speiseraum und Schlafraum

D zwei Schneidemühlengebäude

E Kesselhaus

F Maschinenhaus mit zwei Dampfmaschinen

G Schmiede

H Schornstein

K Brunnen

L Beamtenhaus mit zwei Wohnungen

M Pferdestall mit Wagenschuppen

N Expeditionshäuschen

O Verladerampe

(Erik Schulze)

  • 1.Juli 1840: Die Fa. Baeßler & Bomnitz wurde von Adolf Moritz Baeßler und August Wilhelm Bomnitz als "Dampfmaschinenschneidemühle und Hobelwerke Baeßler & Bomnitz" in Leipzig gegründet. Das Firmengelände befand sich an der Mittelstraße (heute Hans-Poeche-Str.) unmittelbar an der Leipzig-Dresdner Eisenbahn in Leipzig(in der Nähe des heutigen Leipzige Bahnhofs.  Erst nach der Erfindung der Eisenbahn war der Transport mit Holz möglich da zuvor der Transport mit Pferden unmöglich war über lange Strecken(sonst wurde über Wasserwege transportiert z.B. der Elbe). Die Firma bezog Baumstämme u.a aus den Wäldern Böhmens. 
  • 1844:Aufstellung einer Dampfmaschine(erste Dampfmaschine in Sachsen,, somit auch erstes Dampfsäge in Sachsen). 
  • 1845:Heinrich Gnüchtel trat als Teilhaber in die Firma ein. 
  • 1850:August Wilhelm Bomnitz verließ die Firma. 
  • 1856:Die Firmengebäude brennen ab. Darauf Verlegung auf Schönefelder Flur (heute Rosa-Luxemburg Str./Ecke Eisenbahnstr.),ebenfalls an der LDE.
  • 1863 Die zweite Mühle wird aufgestellt, insgesamt nun 10 Gatter. 
  • 1978: Rudolf Gnüchtel und Adolf Moritz Baeßler werden Teilhaber. 
  • 1881:Heinrich Gnüchtel starb. 
  • 1882:Auch Adolf Moritz Baeßler junoir und Rudolf Gnüchtel leitet die Firma nun alleine.
  • 1882:Paul Schilling wird Prokurist.
  • 1889: Verlegung der  Firma nach Borsdorf (Aufgrund eines Brandes im Leipziger Werk/man konnte autark (1) produzieren).
  • 1889:Rudolf Gnüchtel wird nach dem Ausscheiden der Baeßler-Erben Alleininhaber .
  • 1890:Anläßlich des 50-Jährigen Betriebsjubiläums wird Rudolf Gnüchtel zum "Sächsischen Kommerzienrat " ernannt.
  • 1896: Rudolf Gnüchtel senior starb und Rudolf Gnüchtel junior übernahm die Firma als Alleininhaber.
  • 1903:der jüngere Bruder,Adolf Gnüchtel, wird zweiter Teilhaber, der Prokurist ist Ernst Pilz
  • 1937: Betrieb wird an das Unternehmen "Union" verkauft, die Firma stellte Elektroschaltgeräte her.
  • 1940:Standort Borsdorf wird geschlossen, hatte also ca. 100 Jahre Bestand. Bis in den 1970er Jahre wurde noch in Leipzig in der Mecklenbuergerstr. 11 Holzhandel betrieben.

(1) man konnte konnte ohne Strom und Wasser produzieren, da das Werk einen Brunnen hatte und man konnte in einem eigenem Generator Strom produzieren

(Theo Schölzel)

Von den drei Standpunkten war Borsdorf der größte Standpunkt. Die Firma stellte Bauhölzer und Bretter aus Fichten-, Tannen- und Kiefernstämmen her. Dazu noch weitere Holzprodukte für den Bau. Sie belieferten die Regionen um Leipzig herum. Holz war zu dieser Zeit sehr für den Häuserbau gefragt. Sie lieferten das Holz mit Pferdekutschen aus. Die Firma produzierte mit 10 Vollgattern, einem Trenngatter, Hobelmaschinen, Kreissägen und weiteren Maschinen. Der Grundbesitz betrug 83 000 m², Lagerfläche ("Holzplatz") und Betriebsfläche, darauf zwei Schneidemühlen, ein Maschinenhaus, Wohnhäuser, Kantine, Kontorgebäude und Pferdestall. Der Lagerplatz wurde erschlossen durch eine eigene normalspurige Gleisanlage mit einer Länge von 1560 Metern mit Anschluß an die Königlich Sächsische Staatsbahn und einer Schmalspur-Gleisanlage mit einer Länge von 2260 Metern.Die Antriebskraft wurde von zwei Compound-Dampfmaschinen mit insgesamt 300 PS erzeugt. Dazu gehörten drei Siederohrkessel zur Dampferzeugung. Der Strom für die Beleuchtung des Betriebes wurde aus eigener Kraft erzeugt.Das Holz kam aus dem Böhmer Wald. Es wurde über die Elbe nach Riesa geflösst. In Riesa ist es angelandet und wurde aus dem Wasser hinausgenommen und getrocknet. Als es trocken war, wurde es mit der Eisenbahn nach Borsdorf gefahren, auf der Leipzig-Dresdener Eisenbahnstrecke. In Borsdorf wurde es dann angeladen und verarbeitet. Dies ging sehr schnell, weil das Sägewerk direkt an der Bahnstrecke lag. Die Flösserei war nur im Sommer möglich, bis März musste so viel Holz eingekauft werden,damit man den ganzen Winter über arbeiten konnte, dafür benötigte man sehr viel Lagerplatz. Man konnte die Flösserei im Winter nicht betreiben, weil die Gefahr war zu groß, dass die Elbe gefriert. 

(Paul Diermann)

- Arbeitsmittel

  • zum Einschnitt: Gattersägen, Bandsägen, Kreissägen
  • zum Antrieb: Dampfmaschine

- Geld

  • haben so viel verdient, dass sie damit gut leben konnten

- Risiken

  • man kann sich in den Finger sägen (oder ganz ab)
  • Brandgefahr

- Arbeitsweise

Vor der Erfindung der Dampfmaschine, hat man mit Wasserkraft, mithilfe eines Wasserrades gearbeitet. Dabei haben sie das Wasserad mit der Säge verbunden, welche dann mithilfe der Umdrehungen des Rades sägt. Man hat einen dicken Holzpfahl genommen und ihn in die Mitte eines Wasserrades gebaut, damit er sich mitdreht und Seile antreibt, welche dann die Säge hin und her bewegen.

Nach der Erfindung der Dampfmaschine hat man die Dampfmaschine genutzt und mit dieser gearbeitet und mithilfe dieser die Säge betrieben, was den Vorteil hatte, dass man nicht mehr am Wasser sein MUSSTE.

(Lorenz Sitte)

„Leipzig und seine Bauten“, 1892

Hoffmann, Edith: Die "Schneidemühle", Dampfsäge- und Hobelwerk Baeßler & Bomnitz, in Vor Ort 1994, Nr. 6)

Bildnachweise: Heimatmuseum Borsdorf