Herrmann Wittner (Details)

Ein Geschichtsprojekt des Freien Gymnasiums Borsdorf zur Ortsgeschichte

In Zusammenarbeit mit dem Heimatmuseum Borsdorf-Zweenfurth und der Gemeinde Borsdorf.

 

Herrmann Wittner wurde am 25. Januar 1847 geboren.

 Er war jüdischen Glaubens und ihm gehörte Spedition in Leipzig (Ritterstraße). Das war für diese Zeit nicht gewöhnlich, aber er war der erste Ehrenbürger Borsdorfs mit jüdischem Glauben. Außerdem war er für 40 Jahre  der Direktor der Leipzig-Borsdorfer Baugesellschaft (1921 ging er in den verdienten Ruhestand). 

Er spielte eine sehr wichtige Rolle bei der Entwicklung von Borsdorf, von einem kleinen Bauerndorf in eine ansehnliche und reizvollere Gemeinde.

Er gründete die „Herrmann-Wittner-Prämien-Stiftung“, mit der er die Borsdorfer Schule unterstützte (z.B. erhielten die besten Schüler am Ende des Schuljahres eine Buchprämie und spendeten armen Bürgern Kleidung und Essen ). Außerdem spendete er mehrmals vierstellige Beträge an die Gemeinde Borsdorf, darum wurde er 1922 zum Ehrenbürger Borsdorfs ernannt.

Er ließ ein Altersheim erbauen. Außerdem errichtete er eine große Villa, in der er mit seiner Familie lebte. Diese Villa findet man in der Heinrich-Heine-Straße 53, die zu seinen Lebzeiten Bismarckstraße hieß.

Die heutige Franz-Mehring-Straße hieß früher Herrmann-Wittner-Straße. In Borsdorf existiert heute noch eine kleinere Straße, die nach ihm benannt wurde.

Am 6. Dezember 1924 starb Herrmann Wittner in Dresden. Sein Grab befindet sich auf dem alten Israelitischen Friedhof in Leipzig

 

Pauline Bart

Aus 1. Ehe mit Anna Wittner, geb. Landesberg:

Der erste und letzte Sohn mit Anna hieß Max Wittner. Er wurde am 16.08.1875 in Leipzig geboren. Als sein Vater starb, übernahm er die Baugesellschaft. Er heiratete Sophie Wittner, geb. Frohmann. Sie wurde am 20.08.1873 geboren, wann sie gestorben ist, ist unklar, denn sie war die einzige, die vor dem Terror der Nationalsozialisten fliehen konnte.

Die Beiden bekamen keine Kinder. Max Wittner starb am 26.08.1936. 

Aus 2. Ehe mit Gisela Wittner, geb Rosenfeld (geb. 20.12.1858 - gest. 24.06.1901)

Mit Gisela bekam er 2 Kinder. Alfred und Hilde Wittner:

Alfred Wittner wurde am 31.07.1884 in Leipzig geboren. Er heiratete Irene Katharina Wittner, geb. Pick (31.01.1892 - 1942 verschollen im KZ Auschwitz). Zusammen bekamen sie 3 Kinder, allerdings wurde das erste tot geboren. Heinz Wittner (geb. 19.07.1914 - gest. ca. 1945). Rolf Wittner (geb. 12.08.1919 - gest. 28.11.1938 im KZ Buchenwald). Hilde Wittner wurde am 10.01.1891 in Leipzig-Gohlis geboren. Sie heiratete Conrad Weil, der im KZ Theresienstadt starb. Zusammen bekamen sie keine Kinder. Hilde war ab 18.05.1944 im KZ Auschwitz verschollen.  

 

In der Davidstraße in Leipzig kann man 2 Stolperstein für Alfred Bernhard und Irene Katharina Wittner finden. Sie beschreiben, dass eine Frau und ihr Sohn von den Nationalsozialisten getötet wurden.

Victoria Fichtner, Lea Juckeland

Uhlmann, Lorenz: "Die Leipzig-Borsdorfer Baugesellschaft und Herrmann Wittner", in: [Quellenzitierung]

Fotos: Archiv Heimatmuseum Borsdorf sowie Pauline Bart und Lea Juckeland