Feuerwehren-Was-ist-das - Gemeinde Borsdorf

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Feuerwehren


Freiwillige Feuerwehr – Was ist das?

                                                                                          
Ein kleiner historischer Rückblick

Schon seit der Römerzeit gibt es erste Bemühungen, Brände schnell zu bekämpfen.
Im ehemals französischen Saarland wurde 1811 die erste Feuerwehr, eine Feuerlösch-Kompanie, gegründet. Diese wurde nach Einzug der Preußen im Jahr 1815 deutsch. Nach und nach gründeten sich immer mehr Freiwillige Feuerwehren, so z.B. 1841 in Meißen.
Der Begriff  Feuerwehr auf freiwilliger Basis erschien um 1847 in einer Zeitung in Karlsruhe.
Die FFW Borsdorf wurde im Jahr 1894 gegründet, die FFW Panitzsch 1895 und die FFW Zweenfurth 1922.  
Bis 1938 waren die Feuerwehren kommunal organisiert, gehörten dann folgend bis 1945 dem RdI (Reichsministerium des Innern) an, im Status einer Hilfspolizeitruppe(Feuerschutzpolizei).
Von 1956 bis 1990 unterstanden alle Feuerwehren in der ehemaligen  DDR dem MdI (Ministerium des Innern). Die Eingliederung erfolgte hier in die Verwaltung der Deutschen Volkspolizei (DVP), es handelte sich demzufolge um eine staatliche Angehörigkeit.
Nach 1990 dann die Umstrukturierung: Mit einer Weisung des  MdI der DDR von 1990 wurden alle Bezirkspolizeibehörden angewiesen, die Feuerwehren an die Kommunen zu überführen.
Was bedeutet das?  
1. Die  Verantwortung  bei  der  Vorbeugung  des Brandschutzes und der Brandbekämpfung
   obliegt den Kommunen.
2. Die Kosten für Fahrzeuge, Ausrüstung, Gebäude etc. trägt die Kommune.
3. Die Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr erfolgt im Ehrenamt, Bezahlung gibt es nicht.
4. Mitglieder der FFW en sind verpflichtet, mind. 40 Ausbildungsstunden pro Jahr zu leisten.
5. Es kommen Lehrgänge auf Kreis- und/ oder Landesebene hinzu.


Zu den Fakten in unserer Gemeinde

Im vergangenen Jahr erbrachten die Kameradinnen und Kameraden der Gesamtwehr Borsdorf (Borsdorf, Panitzsch, Zweenfurth) ca. 6.000 Ausbildungsstunden am Standort sowie auf Kreis- und/ oder Landesebene. Diese Stunden wurden von 74 Kameradinnen und Kameraden der aktiven Truppe geleistet.
Die Feuerwehrangehörigen engagieren sich auch im Landkreis, unterstützen dort bei Gefahrenabwehr und Brandbekämpfung.
Darüber hinaus sind fast alle Mitglieder der OFW Panitzsch und einzelne Kameraden der anderen Ortswehren im Gefahrgutzug (ABC) des Landkreises Leipzig tätig, was selbstredend einen weiteren Verzicht auf Freizeit bedeutet.

Leider muss ich immer wieder feststellen, dass einige unserer Mitbürger scheinbar nicht wissen oder verstehen (wollen), was „Freiwillige Feuerwehr“ bedeutet und wer hier für wen eine Leistung erbringt. Für sie ist die Feuerwehr halt da, wenn es brennt. Die Feuerwehr leistet jedoch auch Hilfe bei Unfällen mit oder ohne Verletzten, bei besonderen Ereignissen wie Sturm und Hochwasser, sie leistet Tragehilfe bei der Patientenversorgung, hilft bei  der Bergung von Verletzten oder auch Toten. Auch bei der Tierrettung kommt sie zum Einsatz und bei vielem anderen mehr ….   

Ich glaube, eine oftmals vorherrschende Gedankenlosigkeit und Desinteresse sind hier nicht förderlich für`s Allgemeinwohl.
Leider bekommt man auch sehr oft aus der Öffentlichkeit vermittelt, entschuldigen Sie den Ausdruck ,: „Mein … ist mir näher, was geht mich fremdes Elend an?!“.

Als Beispiel möchte ich einen ganz konkreten Vorfall vom Dienst der OFW Panitzsch am 09.07.2018 schildern.

Aufgrund der extrem trockenen Wetterlage und der damit verbundenen Brandgefahr in Wald und Flur, übten die Kameraden die Bekämpfung von Flächenbränden auf dem Gelände der Trabrennbahn. Natürlich nach Feierabend, da die Kameraden ja am Tag auch einer beruflichen Betätigung nachgehen. Andere Bürger können an dieser Stelle schon ihren Feierabend genießen, schauen Fernsehen, grillen oder verbringen ihre Freizeit anderweitig.
So soll es auch sein.
Hier passierte es jedoch, dass der entstehende „Lärm“ des Feuerwehrfahrzeuges eine Bürgerin, die sich gerade auf ihrer Terrasse aufhielt, massiv störte. Sie stellte die Kameraden zur Rede. Die Erklärung, „dass die Feuerwehr übt“, wurde nicht akzeptiert und fand auch keinerlei  Verständnis. Sie holte eine Kamera und machte Fotos von den Kameraden, offensichtlich als Grundlage für Beschwerden an anderer Stelle.
Dies ist nur ein Beispiel, wie es unseren Kameraden mittlerweile leider sehr oft ergeht. Von Beleidigungen bis zur Androhung von Gewalt im Einsatz ist unverständlicherweise alles vertreten!

Ich appelliere hiermit an jeden Einwohner unserer Gemeinde, ob Mann oder Frau, jeder sollte sich  mit dem Thema Feuerwehr auseinandersetzen und überlegen, was es bedeutet, freiwillig 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr für die Bürger da zu sein und im Bedarfsfall Hilfe zu leisten.

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
ich bin überzeugt, dass man durchaus erwarten darf, dass den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Respekt und Achtung entgegengebracht wird. Diese sind es, welche Leib und Leben für Sie im Gefahrenfall einsetzen und nicht selten auch auf`s Spiel!

Ich habe die große Hoffnung, dass dieser kleine Einblick in das Feuerwehrwesen alle Bürgerinnen und Bürger zum Nachdenken anregt!
Wenn Interesse an einer Mitarbeit in der Feuerwehr besteht, wenden Sie sich einfach an eine unserer Ortswehren. Jeder ist herzlich willkommen.
Und wenn Sie Fragen haben, bin ich jederzeit gern bereit, diese zu beantworten.

Denken Sie bitte immer daran:
Wenn es die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr nicht mehr gibt, kommt keine Hilfe!

Ihr
Frank Seidel
Gemeindewehrleiter  

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